Ich habe lange überlegt, ob ich zum schmerzhaften Thema

„Trauerarbeit, Abschied nehmen & loslassen“

einen Beitrag veröffentlichen soll.

Wie soll ich diesem großen, gewaltigen, schmerzhaften und oft selbstzerstörerischen Thema Raum geben, es in nur wenigen Sätzen behandeln, erklären und wertschätzen ?

Wie kann ich genügend Mitgefühl, Empathie, Anteilnahme und Verantwortung transportieren und trotzdem einen kurzen, klar formulierten, hilfreichen Beitrag verfassen ? Nun ihr Lieben, ich habe mich bemüht:

Es gibt vieles, um das wir Menschen trauern. Ein verpatztes Vorstellungsgespräch, eine misslungene Prüfung, eine verlorene Liebe, eine Freundschaft die zu Ende geht, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Tod eines geliebten Haustieres, der Verlust eines geliebten Menschen durch Krankheit, Unfall, Suizid…..


Die wohl schmerzlichste Trauer ist der Verlust des eigenen Kindes….

Diese Form des Schmerzes, ein bis in das Zellbewusstsein eingreifender, lähmender, schockstarriger Schmerz kann auch durch den besten Therapeuten, Coach, Berater nicht in kurzer Zeit geheilt werden. Was wir aber machen können ist, dem Trauernden beizustehen in seinen schweren Stunden, ihn verstehen, ihm mögliche Teillösungen anbieten und ihn sanft und mit absoluter Vorsicht beheilen.

Durch meinen Beitrag möchte ich den Betroffenen Hoffnung vermitteln und Ihnen die Gewissheit geben, dass Sie nicht allein sind und dadurch Ihre Ausweglosigkeit, Mutlosigkeit und Schockstarre lindern.


Merken Sie sich bitte:

Dem Gefühl von Trauer und dem einhergehenden Schmerz Raum geben

Es bedarf eines sanften Umganges mit Ihrer Trauer, darum suchen Sie sich Hilfestellung in diesem Prozess

Behalten Sie den Schmerz, dann kann es sein, dass Ihr Leben den Sinn verliert



Wenn Sie trauern, wenn Ihre Trauer sein darf, wenn sie passieren darf, dann wirkt dies befreiend und beruhigend. Wird die Trauer unterdrückt, dann gehen die Schmerzen nach innen und machen Ihren gesamten Organismus krank!

Tränen können ein Zeichen für Neubeginn und Loslassen vom Alten bedeuten. Sie beinhalten ein körpereigenes Schmerzmittel und wirken somit beruhigend. Durch den empfundenen Schmerz erleben Sie eine sogenannte Wiedergeburt, neue Kräfte werden mobilisiert, die Tiefe Ihres Selbst bringt neue Erkenntnisse.

Es bedarf eines sanften Umganges mit Ihrer Trauer, darum suchen Sie sich Hilfestellung in diesem Prozess. Sprechen Sie mit Ihrem persönlichen Berater, mit einer Person die Erfahrung im Umgang mit trauernden Menschen hat. Sprechen Sie mit jemand, der Sie mit Gefühl und Verständnis begleitet. Behalten Sie den Schmerz dann kann es sein, dass Ihr Leben den Sinn verliert!


Die 4 Phasen der Trauer:

1. Das Nicht-wahrhaben-wollen oder die Schockphase:

Sie sind handlungsunfähig, alles scheint sinnlos, Sie verlieren den Boden unter den Füßen. Diese Phase kann einige Stunden, aber auch einige Wochen andauern. Viele Menschen fühlen sich in dieser Phase wie in Trance.

2. Das Ausbrechen der Gefühle:

Wut*, Hass, Trauer, Liebe…. alles positive und negative an Gefühlen will nun aus Ihnen heraus… Lassen Sie es geschehen. Oft gesellt sich dann noch die Schlaflosigkeit dazu, die zusätzlich sehr belastend ist. Hier kann es auch vorkommen, dass man nach einem Schuldigen sucht. Gerade in diesen Momenten ist es wichtig, sich auf die Emotionen einzulassen und sie, so gut es geht, auszudrücken! Bewegung hilft, kreative Betätigung wie schreiben, zeichnen, malen, Collagen basteln…

(*WUT: Hinter der Wut befindet sich die Wahrheit, sie offenbart Ungerechtigkeit, sie schürt Ihre Potenziale, Wut beinhaltet sehr viel Energie, daher ist sie eine der höchsten „Formen“ der Liebe!).

3. Die Phase des Suchens, Findens und sich Trennens:

In dieser Phase wird der Verstorbene oder das verlorene Kind bewusst oder unbewusst gesucht. Immer wieder wird der Zurückbleibende mit der Wirklichkeit konfrontiert. Hier kann durch Aufarbeiten und Annehmen viel Aussöhnung geschehen.

4. Neuer Selbst- und Weltbezug:

Danach und abschließend kommt die Phase der neuen Selbstfindung. Man hat den Verlust soweit akzeptiert, orientiert sich und findet sich neu. Der Lebensstil wandelt sich meist, die Vergänglichkeit der Dinge ist bewusst und dennoch kommt auch die Hoffnung hinzu.


Markus Treben

Dipl. Bewusstseinscoach, Fitness- und Persönlichkeitstrainer

Dipl. Lebens- und Sozialberater iAuS

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